Mittwoch, 22. Juli 2015

Cold Reading

Was ist Cold Reading im Theater?

Beim Cold Reading bekommen Sie fünf Minuten Vorbereitungszeit für ein zehn Seiten langes Skript.
Cold Reading wird gebraucht:
  • Beim Probelesen im Schul- und Amateurtheater, im Vorlesetheater bei kurzfristig angesagten Vorstellungen,
  • bei szenischen Veranstaltungen in kleinem Kreis, z. B. bei Geburtstagen, Halloween oder Adventsveranstaltungen und
  • beim Casting für kommerzielle Produktionen. So kann der Regisseur vielleicht prüfen wollen, ob Sie für eine andere Rolle geeignet sind.
Sie machen bestimmt einen guten Eindruck, wenn Sie die Goldene Regel des Cold Reading im Theater beachten.

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Die Goldene Regel des Cold Reading:

Schauen Sie Ihre Mitspieler an, während diese sprechen.
Sie dürfen auf keinen Fall auf den eigenen Text schauen, sie müssen sich an der Szene beteiligen und aufschauen.
Dafür dürfen Sie aber auf den eigenen Text schauen, wenn Sie selbst an der Reihe sind. Sie müssen den eigenen Text nicht auswendig können.
Bei dem Blick auf das Blatt können Sie das Spiel mit Mimik, Körperhaltung und ggfs. mit einer freien Hand begleiten. Am Ende des Textes heben Sie den Kopf und hören den anderen Mitspielern zu - Sie sind wieder im Spiel - jetzt ohne Text.
Sie achten auf die anderen Schauspieler, schauen diese an und geben zu erkennen, dass Sie mitspielen.
Sobald die Mitspieler nicht mehr sprechen, kehren Sie zu dem eigenen Text zurück.
Den linken Daumen verwenden Sie als Markierung: Er bewegt sich in der Geschwindigkeit des Flusses der Szene nach unten. Damit wird die rechte Hand für Gesten frei. Alternativ geht die rechte Hand mit dem Daumen langsam nach oben - somit kann das Blatt mit beiden Händen gehalten werden.
Mit dieser Technik können die Übergänge dann so flüssig sein, dass es dem Zuschauer gar nicht auffällt, dass der Text nur vorgelesen wird.
Die anderen Schauspieler in der Szene machen das beim Cold Reading genauso.

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Die letzten guten Ratschläge

Nicht das Gesicht verdecken. Das ist wirklich wichtig. Man hat den Text in der Hand und darf ablesen. Dann liegt die Versuchung nahe, den Text vor das Gesicht zu halten. Das geht auf keinen Fall, die Regie bzw. die Zuschauer wollen Ihr Gesicht sehen!
Bewegen Sie sich, wenn es die Szene hergibt. Noch einmal: sich niemals mit dem eigenen Text beschäftigten, wenn die anderen sprechen. Die eigene Leistung liegt im Reagieren auf die anderen Mitspieler.
Üben Sie das Lesen regelmäßig. Der Umgang mit dem Papier und der Kontakt zu den Mitspielern muss automatisch ablaufen. Es muss ohne Nachdenken funktionieren.
Trainieren Sie diese Technik bei kurzfristig angesagten Veranstaltungen.
Erweitern Sie Ihr Repertoire mit interessanten Texten, die Sie vielleicht einmal wiederverwenden möchten.
Es gibt viele Möglichkeiten eine Szene oder einen Monolog zu gestalten. Vielleicht schlägt die Regie Ihnen einen anderen Weg vor. Greifen Sie ihren Vorschlag auf und zeigen Sie, dass Sie ein Team-Player sind.
Mit Kreativität, guter Lesetechnik und professionellem Verhalten wird die Lesung bzw. das Casting ein Erfolg sein!
Hals- und Beinbruch!


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