Mittwoch, 27. Juli 2016

Die Vorausdeutung und der rote Hering

Die (dramatische) Vorausdeutung ist ein Instrument, um das Interesse des Zuschauers aufrecht zu erhalten.

Beispiele:
  • Bei Shakespeare wird der Geist von Hamlets Vater stufenweise eingeführt: Es dauert eine gewisse Zeit bis er spricht. 
  • In Wagners Götterdämmerung wird der Tod Siegfrieds durch die Prophezeiung der Rheintöchter angekündigt.
Das Interesse an der Story kann auch durch eine Irreführung (red herring) hergestellt werden. 

Beispiel:
  • In einer Episode im Tagebuch eines Dienstmädchens nach Octave Mirbeau wird der Zuschauer über die Absichten des Monsieur perfekt in die Irre geleitet.

Fragen an den Text:

  • Gibt es in dem aktuellen Theaterstück Vorausdeutungen?
  • Wird der Leser/Zuschauer in die Irre geführt (red herring)?
  • Gibt es Gegenstände in der Story/im Bühnenbild, die zukünftige Ereignisse erahnen lassen?

Montag, 25. Juli 2016

Wer hat Angst vorm Bösen Wolf?

Geht die Angst um im Theater?

W. Travis geht davon aus, dass die Zusammenarbeit von Schauspieler und Regisseur von Angst geprägt ist. Die Schauspieler fürchten im einfachsten Falle, dass der Regisseur sie aus dem Konzept bringt, während der Regisseur Angst hat einzugreifen: "Wenn ich jetzt was  sage, habe ich eine halbe Stunde nur Diskussion und das war's dann mit der Probe."

Travis: Es ist eine Krankheit ("it's a desease").

Quelle: The Travis Technique: Directing Characters, Not The Actors by Mark W. Travis & Michael Hauge